Abwässer aus lebensmittelverarbeitenden Betrieben wie zum Beispiel aus Hotels und Restaurants sind mit Ölen und Fetten belastet. Würden diese fettigen Abwässer in die Kanalisation gelangen, dann würden diese sich in den Rohren des öffentlichen Kanalnetzes ablagern. Dies würde zur verstärkten Verstopfung, Geruchsbelästigung sowie durch eine nachgelagerte Zersetzungsreaktion des Fettes zu Gas- und Säurebildung führen.
Dies hätte zur Folge, dass über die Jahre auch die Abwasserrohre Schaden nehmen würden.
Auch der gesamte nachfolgende Betrieb von Kläranlagen wäre nachhaltig gestört. Deshalb ist es für lebensmittelverarbeitende Betriebe Pflicht, eine Fettabscheideranlage zur Abwasservorbehandlung einzubauen. Erst danach darf das Abwasser in die Kanalisation geleitet werden.

Klares reines Wasser in einem See

Funktion des Abscheiders für fettige und ölige Abwasserinhaltsstoffe

Über den Zulauf gelangt das fetthaltige Abwasser in die Fettabscheideranlage. Damit die Strömung des einfließenden Abwassers abgeschwächt und der Abscheideraum gleichmäßig angeströmt wird, befindet sich eine Prallplatte im inneren des Abscheiders.
Im Anschluss werden die Abwasserinhaltsstoffe nach den Prinzipien der Schwerkraft getrennt. So sinken feste Stoffe am Boden des Abscheiders und gelangen in den Schlammfang. Fette und Öle steigen dagegen aufgrund ihrer im Vergleich zu Wasser geringeren Dichte nach oben und setzen sich als schwimmende Fettphase auf dem Abwasser ab. Das so vorgereinigte Wasser wird im Anschluss über den Abfluss wieder ausgeleitet. Dessen Öffnung ist so positioniert, dass nur die flüssige Wasserphase wieder nach außen gelangt.
Fettabscheider sehen aus wie große Tanks und werden je nach einfließenden Volumenstrom des zu klärenden Wassers dimensioniert. Zudem spielen die Temperatur des Schmutzwassers, etwaige im Schmutzwasser enthaltene Reinigungs- und Spülmittel sowie die Dichte der abzuscheidenden Fette und Öle eine Rolle.
Nach einer Berechnungsformel wird im Anschluss seine Nenngröße nach DIN 4040-100 sowie DIN EN 1825-2 ermittelt.

Einbauvarianten von Fettabscheideranlagen

Grundsätzlich lassen sich Fettabscheideranlagen freistehend in einem Betriebsgebäude oder unterirdisch verbauen. Für den reibungslosen Betrieb sollte der Standort und fachgerechte Einbau jedenfalls so gelöst werden, dass der Abscheider auf einem Fundament mit ausreichender Tragfähigkeit steht, jederzeit für Wartung und Entsorgung des Inhalts zugänglich ist und ausreichend belüftet werden kann.

Richtige Reinigung und Wartung von Fettabscheideranlagen

Zum funktionssicheren Betrieb des Fettabscheiders muss dieser regelmäßig entleert und gereinigt werden. Die Norm empfiehlt hierbei eine Leerung in einem Turnus von vier Wochen. Darüber hinaus sind Fettabscheideranlagen auch noch einer jährlichen Inspektion und Wartung durch einen Sachkundigen zu unterziehen. Hierbei müssen beispielsweise die Innenwandflächen des Abscheiders und des Schlammfanges auf Risse und sonstige Auffälligkeiten kontrolliert werden. Gerade im Bereich der Dreiphasengrenze von Wasser, Fett und Luft sollten metallische Werkstoffe auf Korrosion und Innenbeschichtungen auf ihren einwandfreien Zustand geprüft werden. Während der jährlichen Inspektion werden auch etwaige elektronische Installationen des Abscheiders auf Herz und Nieren geprüft. Da diese bei entleertem und gereinigten Abscheider zu erfolgen hat, sollte der Termin am besten mit der entsprechenden Reinigung koordiniert werden.
Zudem muss laut DIN 4040-100 alle fünf Jahre eine Generalinspektion durch einen Fachkundigen erfolgen. Hierbei findet zudem eine Dichtheitsprüfung der Zuflussleitung vor der Abscheideranlage statt.
Die erfolgte Inspektion und Wartung muss wie die turnusgemäße Reinigung laut Norm in ein Betriebstagebuch eingetragen werden. Diese dient als Nachweis der Sorgfaltspflicht, falls es bei einer Störung zu Sach-, Personen- oder Umweltschäden kommt. Hierin werden auch sonstige Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen rund um den Fettabscheider dokumentiert.

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